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Mit der beginnenden Industrialisierung ab Mitte des 18.
Jahrhunderts benötigte die Wirtschaft nach und nach
ausgebildete Fachkräfte. Der Staat unterstützte
dies und investierte in Bildung und förderte durch Gewerbeschulen,
Realschulen und Technische Hochschulen die naturwissenschaftlich-technische
Ausbildung.
So beauftragte Markgraf Karl Friedrich von Baden den Uhrmacher
François Autran mit der Gründung einer Uhrenfabrik
im Pforzheimer Waisenhaus. Man wollte den Waisenkindern durch
eine berufliche Ausbildung den Weg in die wirtschaftliche
Selbständigkeit eröffnen. Mit dem Vertragsabschluß am
6. April 1767 legte der Markgraf den Grundstein für
die Entwicklung der Uhrenindustrie in Pforzheim.
Kurz darauf kam der Uhrmacher Jean Viala als Leiter der
Uhrenfertigung hinzu. Bereits ab dem Jahre 1770 bildeten
sich erste Kabinette, in denen die zu Uhrmachern ausgebildeten
Waisenkindern arbeiteten. Kabinette waren ausgelagerte Fabrikationsbereiche
des Waisenhauses, die als selbständige Unternehmen agierten.
Aus diesen Kabinetten entwickelten sich dann die ersten Uhrenfabriken
in Pforzheim. Zunächst wurden nur Taschenuhren hergestellt,
später sollten auch Großuhren gefertigt werden.
Ihre weltweite Bedeutung als Uhren- und Schmuckmetropole
begründete die Stadt mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts.
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